Science Fiction
Galerie I
Besondere Einbände oder Umschläge
Albert Robida
Le Vingtième Siècle
Die Erstausgabe.
Robida zeichnet ( im wahrsten Sinne, er ist auch ein brillanter Illustrator und Karrikaturist) eine zukünftige Gesellschaft, die alles so weiter machten will, wie bisher, allerdings unterstützt durch Technologie. Ungewollt (?) kommt es zu Krisen, wie der schnellen Emanzipation der Frau. Der Boudoirspiegel ist ein Bildschirm, prä-Skype, mit dem frau auch interaktiv an Vorlesungen und Seminaren teilnimmt, obwohl ihr die Hochscule immer noch physicsh versperrt ist. Kriege werden live übertragen, die Zentralküche liefert die Mitternachtssuppe per Rohr ins Haus. Alle Mobilität beruht auf lenkbaren Ballons. Grosse Satire!
L. Ron Hubbard
"Slaves of Sleep"
Das Schicksal des Millionärs Jan Palmer ändert sich schlagartig, als das Siegel eines alten arabischen Kupferkruges gebrochen wird und ein mächtiges und unerbittliches Übel freigesetzt wird - Zongri der Dschinn. Zongri ist seit Tausenden von Jahren gefangen und hat geschworen, dass jeder, der ihn befreit, sterben wird. Doch als er diesen Schwur erfüllt und Professor Frobish in zwei Hälften schneidet, wird Jan Palmer, der den blutigen Krummsäbel in der Hand hält, von der Polizei gefasst. Für Jan sind seine Probleme nur Zongri, der ihn vor seiner Abreise mit „Ewiger Wachheit“ verflucht. Eingesperrt in einer Gefängniszelle, angeklagt wegen Mordes, wird Jan auf schreckliche Weise klar, was das bedeutet. Während er in den Schlummer gleitet, findet er sich in einer fremden Welt wieder, in der die Menschen den Rang von Sklaven haben, in der böse Dschinns herrschen und die Gefahr nur allzu real ist. Auf der Erde ist er Jan Palmer, der wegen Mordes inhaftiert ist, und im Land der Dschinn ist er „Tiger“, der verwegene Schurke - aber in beiden Welten droht ihm auf Schritt und Tritt der Tod. Gefeiert als eine von Hubbards stärksten und zeitlosesten Fantasy-Geschichten. „Ein Meister des Abenteuers“--Anne McCaffrey.
Diese Erstausgabe mit dem fantastischen Schutzumschlag von Hannes Bok, Pseudonym von Wayne Francis Woodard.
Bernd Kellermann
"Der Tunnel" (Fischer 1913)
Thema ist der Bau eines Transatlantiktunnels. Wie so oft erfindet ein junger (Arbeiter-) Ingenieur einen magischen Werkstoff, der gigantische Konstruktionen ermöglicht.
Eien Dystopie allerdings. Des jungen Ingeneiurs Familie wird von Bauarbeitern nach einem Unfall gelyncht. Er selber ehelicht die Tochter des milliardenschweren amerikanischen Investors, um den Tunnel fertigbauen zu können. Bis 1939 mehr als 1 Million verkaufte Exemplare in 20 Sprachen.
Der Schutzumschlag wurde 1931 von Georg Salter gestaltet.
Der spektakuläre Umschlag mit dem (aero)dynamisches Bild eines „streamliner“-Zuges in einem riesigen Tunnel ist bemerkenswert: soweit ich weiß, wurde der erste dieselelektrische Zug in aerodynamischer stromlinienform - der Burlington Zephyr - erst 1934, zwei Jahre nach dieser Ausgabe, in Betrieb genommen.
(wiedler.ch)
Galerie II
Seltenheit
Ludvig Holberg
Nicolai Klimii iter subterraneum (1741, deutsch 1750: „Nicolai Klims Unterirdische Reise.“ Ein junger Akademiker trifft auf seiner Reise durch das Erdinnere auf wundersame Völker und Staaten wie philosophierende Bäume oder eine Affenrepublik.
Alexander Raxin
(d.i. Alexander Kahlhofer)
"Der nächste Massenmord"
(1928)
Eine künstlich herbeigeführte Inflation führt zum nächsten Weltkrieg.
Ludwig Anton
(d.i. Sigmund Krauss)
"Brücken über dem Weltenraum"
Ein klassischer Revanche Roman aus der Zwischenkriegszeit, 1922. Durch die geniale Erfindung eines jungen deutschen Ingenieurs ( wie immer) gelingt der Flug zur Venus. Mit einem Raumschiff, nicht unlogisch, das auch tauchen kann. Die Venus wird deutsche Kolonie.
Einer der ganz weniger Romane aus der Zeit, die auch in den USA bei Hugo Gernsback (!)erschienen 1933). Die technische Beschreibung des Fahrzeugs und der Schwerelosigkeit gelten als beispielhaft.
Galerie III
"Staatsromane"
Staatsromane sind eine hauptsächlich historsiche Literaturform. Sie übten Kritik an existierenden politischen Systeme, indem sie die Handlung in ferne Länder ( wie Gullivers Reisen) oder auf fremde Planeten verlegten. In der Fremde konnte man aufzeigen wie ein menschen -gerechtes ideales System auszusehen hätte, ohne sich der Zensur des momentan Herrschenden auszusetzen.
Thomas Morus´ Utopia ist das prominenteste Beispiel.
Diese Ausgabe: Morus, Thomas / Prechtl, Michael Mathias (Ill.)
Ein wahrhaft kostbares und ebenso bekömmliches wie kurzweiliges Buch über die beste Staatsverfassung und die neue Insel Utopia, verfasst von dem hochberühmten Th. M. ? unter Mithilfe des Magisters Peter Aegid aus Antwerpen.
Beck, München 1989
Reise zum Mond und zur Sonne schildert die Abenteuer eines Helden, der mit phantastisch anmutenden Flugmaschinen fremde Welten bereist und dabei auf Länder und Gesellschaften stößt, die wie eine Parodie irdischer Zustände wirken. Auf dem Mond gerät er ins Paradies und in einen von tierähnlichen Kreaturen bewohnten Staat, auf der Sonne in ein Land, das von Vögeln beherrscht wird - und immer wird er, der Mensch, als ein niederes Wesen ohne Würde und Vernunft betrachtet. Das vor allem im ersten Teil äußerst witzige und ironisch überspitzte Werk ist einem frühaufklärerischen Weltbild verpflichtet, das in der menschlichen Vernunft den Schlüssel zum Verständnis der Natur sieht und religiöse Dogmen und Vorurteile einer radikalen Kritik unterwirft.
(aus getabstract)
Der Roman besticht durch seine skurrilen Einfälle und abenteuerlichen Beschreibungen, die sich wie Vorläufer späterer Science-Fiction-Literatur lesen. Die vor allem im zweiten Teil zahlreichen philosophisch-naturwissenschaftlichen Dispute und literarischen Anspielungen lassen das Buch für heutige Leser allerdings als relativ schwer verständlich erscheinen.
Cyrano benutzt Flaschen mit Tau, um nach oben zu schweben. Illustration aus dem zweiten Band der 1708 in Amsterdam gedruckten Gesamtausgabe der Werke von Cyrano de Bergerac (noch nicht in meiner Bibliothekl)
[Abb. Wikipedia]
Cyrano de Bergerac:
Mondstaaten und Sonnenreiche. Phantastischer Roman. Bayerische Verlags-Anstalt, München 1913.
Staatsromane II
Bereits dem Physiker Johann Heinrich Schulze (1687–1744) war die Färbung chemischer Substanzen durch Sonnenlicht bekannt. Er vermischte dabei im Jahre 1717 Kreide mit einer Silberlösung und bewirkte mit der Verwendung von Salpetersäure die lichteinwirkende Veränderung.
Charles-François Tiphaigne de la Roche griff 1760/61 diese Entdeckungen in seinem Roman Giphantie auf, um sie als Möglichkeit zu beschreiben, damit Fotografie zu betreiben.
Der Autor nutzt einmal mehr seine Vorliebe für Satire und zeichnet ein wenig schmeichelhaftes Bild der Menschheit. Hier übt er insbesondere Kritik an den Sitten der Babylonier, d. h. der Pariser!
Hier: Faksimile Ausgabe
James Hilton. Cover der deutschen Erstausgabe des Romans Lost Horizon mit dem Titel Irgendwo in Tibet, Herbert Reichner Verlag (Wien-Leipzig-Zürich), 1937; Cover-Entwurf von Richard Teschner.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Shangri-La, ein fiktiver Ort in Tibet, wo Menschen in Frieden und Harmonie leben.
Der utopische Roman hat den westlichen Blick auf Tibet und den Lamaismus bis heute nachhaltig geprägt, wobei inzwischen Shangri-La als ein Synonym für das Paradies oder idealen Rückzugsort aus dem Weltgeschehen in der Umgangssprache vieler Länder ein gewisses Eigenleben führt.
Werner Illings (1895-1979) Roman Utopolis, 1930 erstmals in der sozialdemokratischen Buchgemeinschaft 'Der Bücherkreis' erschienen und seinerzeit gut aufgenommen, zählt zu den wenigen deutschen Science-Fiction-Romanen der Zwischenkriegszeit, die keine revanchistische und antidemokratische Haltung an den Tag legen, sondern eine Zukunft oder eine Alternativwelt von einem sozialistischen Standpunkt aus beschreiben und zugleich Verhältnisse und Personen der Weimarer Zeit karikieren.
Utopolis ist einer der wenigen echten Klassiker der deutschen Science Fiction, beileibe nicht nur von historischem Interesse, sondern ein lesbares lebendiges Stück Literatur.
(Franz Rottensteiner)
Galerie IV
Besondere Ausgaben
L´Eve future. Auguste Villiers de l'Isle-Adam. Edition présentée par Jean Bollery et P.-J. Castex, avec une introduction, une étude historique et bibliographique, des documents inconnus et des fragments inédits. Paris, Le Club du Meilleur Livre / Le Musée insolite, 1957
Der symbolistische Science-Fiction- Roman erstmals 1886 veröffentlicht, und prägte wohl den Begriff „Android“. Eve ist eine mechanische Frau konstruiert von Thomas Edison.