Sammeln I
Ja, man braucht eine Bibliothek um Bücher zu sammeln und die braucht Platz. Rechts die mehrstöckige Bibliothek des Klosters Maria Laach. Die Wendeltreppe, eines der frühesten Gusseisenstücke der Industrie-geschichte aus der Sayner Hütte, führt in die Galerien.
Meine Bibliothek belegt die Treppenwände (Gussbeton statt Gusseisen) ins untere Stockwerk.
Der Blick fällt auf eine Sammlung von etwa eintausend Bänden früher ( vor 1945) Science Fiction, mit berechtigten zeitgnössischen Ausnahmen wie die "Wasserstoffsonate" von Ian Banks, oder Neal Stephensons "The Diamond Age: Or, A Young Lady's Illustrated Primer"
Die Ästhetik ist einer der Gründe in der Mitte der Fünfziger des letzen Jahrhunderts eine Scheidelinie zu ziehen. Ein weiterer Grund ist die Beliebigkeit der Inhalte, die aus den „space operas“ quillt und heute in gigantischen Fortsetzungsepen ewig gleicher Konstruktion Massenumsätze macht. Ausnahmen, wie gesagt, bestätigen die Regel.
Hier findem sich alte Werke aus meiner beruflichen Leidenschaft, der Arzneimittelchemie und der Naturwissenschaft überhaupt. Beginnend mit dem Alten Testament und Aristoteles, baue ich eine Abteilung von Büchern, die Paradigmenwechsel einläuteten., wie "The Double Helix", Weyls "Symmetry" und D'Arcy Wentworth Thompsons "On Growth and Form". Natürlich ist das meine Perspektive, aber Serge Haroches Autobiographie "Licht" hat mich ebenso beeindruckt, wie die eigentlich nur schwer verständliche "Kurze Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking.
Einmal erworbene Bücher verlassen meine Sammlung nicht mehr. Auch Doubletten nicht. Die lassen sich missionarisch verschenken. Steigen also meine seltenen, perfekt erhaltenen Werke im Wert, so ist mein Gewinn nur virtuell und in schlechten Zeiten zählen Bücher nicht als marktfähig. Insofern spielen Erhaltungszustand und Seltenheit für mich in diesem Sammelgebiet eine weniger wichtiger Rolle als für den passionierten Bibliophilen. Diese Haltung pflege ich nicht bei Jugendstileinbänden, aber das ist eine andere Webpage.
s.a. "Eine Galerie"
Sammeln II
Mein Beruf, meine deformation professionelle hat mich immer mehr über die Faszination des Messens nachdenken lassen. Alles wird vermessen und danach "gerankt". Hitparaden von Kartoffelchips, Fussball-stars, Hochschulen und Fluggesellschaften, etc.
Wie wurde/wird das alles gemessen? Die Geräte und die dahinterliegende Theorie begeistern mich. Vor allem bei histo-rischen Geräten mit analog eingebauten Algorithmen, wie bei Faustmanns Hypsometer oder bei dem Messgerät für die Maschen der Fischernetze. (s. oben rechts)
Ein paar originelle Messgeräte aus meiner Sammlung
Das Sikes Areometer
(um 1840) strahlt eine besondere Eleganz aus. Diese Ästhetik im Bau von Messgeräten und vielen Handwerkzeugen war typisch für das 19. Jahrhundert und fasziniert mich natürlich.
Der Zambretti Forecaster ist ein Instrument zur Wettervorhersage, das in Verbindung mit einem Barometer verwendet wird. Es interpretiert den Messwert eines Barometers in eine Vorhersage aus 26 Möglichkeiten, nachdem es variable Faktoren berücksichtigt hat. Dazu gehören die Windrichtung, ein steigendes, fallendes oder konstantes Barometer und die Jahreszeit.
Negretti und Zambra waren wissenschaftliche Instrumentenbauer mit Sitz in London und bekannt für ihre Barometer. Ihr Instrument wurde erstmals 1915 als tragbares Vorhersagegerät hergestellt, das nur ein Minimum an Instrumenten, ein einfaches Barometer und eine Beobachtung der Windrichtung benötigte und mit dem man leicht rechnen konnte. Trotz seiner Einfachheit erreicht es eine Genauigkeit von über 94 % für 12-Stunden-Vorhersagen in den gemäßigten Regionen der nördlichen Hemisphäre.
Konstatieruhr oder Konstatierapparat (lat. constat: „es steht fest“) wird eine Spezialuhr genannt, die im Brieftaubensport dazu verwendet wird, die Ankunftszeiten der von einem Wettflug heimkehrenden Brieftauben manipulationssicher festzuhalten (zu „konstatieren“). Hier der Typ "Benzing" (50er Jahre)
Ein Spiegelhypsometer, insbesondere das von Faustmann entwickelte Modell, ist ein historisches Instrument zur Höhenmessung von Bäumen in der Forstwirtschaft. Es basiert auf dem Prinzip ähnlicher Dreiecke und nutzt einen Spiegel, um die Baumhöhe indirekt zu bestimmen.